Aktuelles

Jugendblindenwoche in Kaltern am 27. Juli

!5.00 Uhr Begrüßung, kurz über mein Leben, was ich mache, meine Schwerpunkte

Kurze Einführung ins Theoretische:

Schon Paul Watzlawik, der große Kommunikationswissenschaftler hat gesagt:
Man kann nicht nicht kommunizieren!
 

Ich bin sicherlich kein Theoretiker und wer sich heute einen theoretischen Vortrag über Nonverbale Kommunikation erwarten, den muss ich leider enttäuschen. Ich werde vor allem mit praktischen Übungen arbeiten, Übungen die sich anfangs ganz bewusst auf die Gruppendynamik konzentrieren, dann über Improspiele zur Selbsterfahrung auf unserer hier improvisierten Theaterbühne gebracht werden. Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Ich habe im Internet eine Fülle von Literatur, guten Büchern, Ausführungen und Arbeiten über die Nonverbale Kommunikation gefunden. Die passendste scheint mir eine kurze Zusammenfassung und ich sehe sie als Einleitung für unseren heutigen Workshop, von der UNI Karlsruhe:
Neben dem gesprochenen Wort und dem geschriebenen Bericht, dem gezeichneten Plan und dem gebauten Modell gibt es eine leider oft zu gering beachtete, aber sehr direkte überzeugende Möglichkeit der Information: die nonverbale Kommunikation. Ihre Bedeutung darf vor allem deshalb nicht unterschätzt werden, weil sie subjektiv, unmittelbar und weitgehend unbeeinflussbar ist.

Nonverbale Signale
"Eine Viertelsekunde reicht, und der Mensch hat sein Vorurteil über den Mitmenschen gefällt". Der Eindruck, den eine unbekannte Person macht, hängt nur zu 10 % von dem ab, was sie sagt; d.h. der Eindruck hängt zu 90 % von dem ab, was sie ohne Sprache durch Mimik, Gestik, Haltung, Kleidung, Parfüm etc. vermittelt. Selbst wenn die Person besser bekannt ist, bestimmen die nonverbalen Signale immer noch 60 % des Eindrucks.
Innerhalb eines Vortrags beispielsweise haben die einzelnen Elemente folgendes Gewicht:
* 55 % nonverbale Elemente
* 38 % paraverbale Elemente (Stimmlage)
* 7 % verbale Elemente (der eigentliche Inhalt des Vortrages)

Dies gilt es auch zu berücksichtigen bei Fachgesprächen, Vorstellungen eines Projekts, Wortmeldungen, Diskursen, Seminaren, Konferenzen etc. Denn wenn auf die nonverbalen Signale geachtet wird, kann man sich darauf einstellen, Missverständnisse früher erkennen und ihnen vorbeugen, sich selbst bzw. die Personen gegenüber beobachten.
Übungen zum Auflockern:
Großer Kreis:
• Namenspiel: alle stellen sich kurz vor, sagen ihren Namen.
• This is Georg?
• Schnippen und Namen?
• Rhythmikkreis (ich klatsche vor) Schauen wie andere alleine machen
• Singkreis aber stehen bleiben
• Blödes Gesicht, verliebtes Gesicht….lasst mich mal eure Gesichter anschauen!

Bewegung für die Gruppe

• Sitzkreis
• Schlange
• ich tippe Leute an, Berührungsängste abbauen, mal schauen
• zwei Kreise machen und so in die Partnerübungen


Wir haben uns jetzt ein bisschen aufgewärmt in der Gruppe. Jetzt geht es um unsere eigene Wahrnehmung. Wenn wir nonverbale Kommunikation begreifen wollen, müssen wir uns selbst besser wahrnehmen. Wir sind schon im zweiten Teil:

Partnerübungen:
Abrollen
Der Partner beginnt mit den Fingern vom Kopf die Wirbelsäule hinunter zu krabbeln bis zu Steißbein. Der andere rollt sich dabei langsam ab.
Abklopfen Ausstreifen Aufrollen

Teddybär
Summen in entspanntem Grundton, während der andere nachspürt wie weit die Schwingung im Körper reicht.

Stehen in 0-position
Mit einem Finger den Partner „anstupfen“ und aus der 0-Position schieben, bis er sich wieder eingependelt hat. Die Bewegung nicht führen!
Isoliert tänzeln
Kopf fixieren (Daumen im Nacken, Zeigefinger unterm Kinn) der Körper unterhalb tänzelt in alle Richtungen
Beckenschale – oberhalb bewegen

Am Boden liegen:
Wie liege ich am Boden, wie fühlt sich mein Körper an. Der Partner steht daneben. Wir bewegen jeweils den rechten und linken Fuß, dann Arm, dann Kopf

• Stimme aufwärmen: Stein werfen, Löwengesicht, Bewusst schnaufen,

• Jeder geht alleine in verschiedenen Arten: mit Stock im Rücken, Weiche Knie, mit Stirn, Stein, und Schulter angezogen: wie geht es mir dabei, was fühle ich dabei. Jetzt lasst uns mit diesen 5 gefunden Charakteren uns begegnen kurz reden, dann weiterziehen und in eine andere gefunden Rolle schlüpfen.


Nächster großer Punkt: Einführung in die Improsspiele!

D.h. wir machen jetzt eine Bühne, bitte alle Stühle so aufstellen wie für einen Vortrag geplant. Jetzt brauch ich vier Stühle und vier Freiwillige:
Ganz kurz Theorie zum Impro:
Die 4 W´s einer Szene:
Wo, Wer,Wie und Was: Raum, Identität, Status und Befinden, Anliegen.

• Geschichte zu viert mit meiner persönlichen Assoziation: zwei drei Mal
• Geschichte zu viert mit Rolle!! Monolog, der wird unterbrochen von mir mit Händedruck, sobald die andere Szene langweilig wird…..
• Fortlaufende Geschichte mit fiesem Fingerzeig
• Perspektivgeschichte zu dritt
• ABC Spiel
• Ein Wort, zwei Wort, drei Wort Geschichte
• Synchronisieren von außen mit Fremdsprachen zu viert
• Sprachenswitch: beim Klatschen von Deutsch auf Japanisch
• Autorengeschichte
• Freie Szene??
• Eine Geschichte reimen??

Letzter Block: Ich als Person, wie werde ich hier und jetzt wahrgenommen?
Wir haben jetzt wahrscheinlich noch genau eine Stunde: in dieser Stunde gehen wir auf eure ganz persönliche Nonverbale Kommunikation. D.h. ich möchte euch beobachten wie ihr euch präsentiert, Was ihr von euch erzählt, wie ihr auf mich wirkt. Das kann ein Vortag sein über ein Thema, in dem ihr besonders gut seid, oder ein fiktives Vorstellungsgespräch. Überhaupt ist es ideal jedes wichtige Treffen oder Prüfung oder auch einen privaten Konflikt davor durchzuspielen, das wäre das Situationsspiel im Psychodrama. (Beispiel Diplomarbeit).

Abschluss: Genießt die Woche hier bei uns. Denkt immer dran: die Nonverbale Kommunikation ist überall! Es ging mir heute um die Sensibilisierung, um das „Bewusster Machen“ meiner Nonverbalen Kommunikation, ich hoffe, ihr könnt einiges von heute mit in eurer Alltagsleben geben!
zurück